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Der Weg zum Alkoholismus
Ungefähr 10 Leute sitzen beieinander. Sie feiern. Jeder trinkt
1-2 Bier oder Gläser Wein. Die Stimmung ist gut und um 11 Uhr gehen alle nach
Hause. Eine durchzechte Nacht gibt es nur bei Hochzeiten oder anderen
größeren Gelegenheiten. Man hat das ja von den Eltern gelernt, von denen
viele heute allein zu Hause trinken.
Mit 15 oder 16 fängt man an. Auch die Mädchen trinken, natürlich
sehr wenig. Einige Pärchen sind schon Jahre zusammen. Die meisten springen
von einem Partner oder von einer Party
zum oder zur anderen. Mit 25 heiraten einige und die letzten um die
30. Es gibt auch einige, die dieses vogelfreie Leben noch weiter treiben.
Aber langsam gibt es immer weniger private Partys und irgendwann steht, im
Allgemeinen ein Mann dann alleine da.
Keine Partys mehr, und Frauen gibt es in den Kneipen auch nicht,
wenn man die zumeist ausgebrannten Kellnerinnen weglässt. Man erinnert sich
an die gute Stimmung früherer Partys. Der Alkohol hilft dabei. Der Besuch in
der Kneipe wird immer häufiger. Jetzt trinkt man auch mal ein Bier beim
Besuch bei den Eltern. Der Alte freut sich, dass er nicht mehr allein trinken
muss. Die Mutter sieht das nicht gern, sie hat das Beispiel ihres Mannes vor
Augen. „Wann heiratest du endlich?“ kommt die Frage, obwohl sie weiß, dass
das niemanden auf Dauer vom Alkohol, der gefährlichsten Droge Europas abhält.
Sie ahnt schon, dass er auch allein in seiner kleinen Wohnung immer häufiger
zur Flasche greift.
Früher trieb er wenigstens ein bisschen Sport, aber neben dem
Alkohol ist das nicht möglich. Am Arbeitsplatz hat man mit 35 seine Grenzen
erreicht, es geht nur noch langsam nach oben. Es fehlt der Sinn: „Warum das
alles?“ Andere haben ihre Familie und werden davon getrieben. Sie müssen, sie
haben keine andere Wahl. Aber sind wir den Tiere, von Instinkt getrieben? –
Ja! Es ist schwierig, ein Ziel zu finden. Wir sind doch keine Philosophen,
die Bücher schreiben, sondern normale Leute.
Die Arbeit geht immer schwieriger, man steht nicht mehr so leicht
auf. Auch der Vorgesetzte hat schon Bemerkungen gemacht. „Der mit seinem
dicken Bauch, der frisst doch alles in sich hinein! Aber es hilft nichts.
Dieser Füßeküsser ist der Vorgesetzte.“ Sein Sohn kam letztes Wochenende so
betrunken nach Hause, dass er alles vollgekotzt hat. Er sagte zu seinem Sohn:
„Wenn du so weitermachst, endest du wie einer unserer Mitarbeiter, dem wir
bald kündigen werden!“ Und tatsächlich, er war ein paar Mal morgens zu spät
gekommen, seine Arbeit hatte er nicht mehr so gründlich erledigt, ihm wurde
gekündigt. Auch die letzten Wochen bis zum Ende der Kündigungsfrist muss er
nicht mehr im Büro erscheinen.
Zuerst war er geschockt, obwohl er es schon lange geahnt hatte.
„Was jetzt?“ Die erste Woche ist er ständig betrunken, er genießt es
buchstäblich, er kann endlich jeden Rausch ausschlafen. Seinen Eltern erzählt
er noch nichts. Aber er macht sich doch langsam Sorgen. Einen neuen
Arbeitsplatz findet er nicht sofort. So geht das noch ein paar Jahre zwischen
verschiedenen Arbeitsplätzen und Kündigungen, bis er dann die Angst und Sorge
„Was wird nun aus mir?“ ganz verliert und irgendwann wieder bei seinen Eltern
einzieht. Aber die machen das nicht lange. Am Anfang hatte sich sein Vater
noch gefreut, jeden Tag einen Trinkpartner zu haben.
Er weiß heute nicht mehr genau, wie es kam: Irgendwann fand er
sich auf der Straße, der Alkohol hatte auch die letzte Erinnerung in ihm
ausgewischt. Ein Arzt stellt später fest: Totaler geistiger Abbau, nicht
besser als eine Kartoffel. Dann bringt man ihn in eine Anstalt. Seine Mutter,
die ihn manchmal dort besucht, erkennt er nicht immer. Er weiß auch nicht,
dass sie das ganze von ihrer kleinen Rente bezahlt. Dass sein Vater an einem
Leberversagen gestorben ist, begreift er nicht mehr. „Es lebe der Alkohol in
der Kartoffel!“
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Else
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Else
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Else
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Montag, 9. Februar 2015
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